Alltagsgezwitscher

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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: nachdenklich

Was für eine Nacht... Im Schleudergang

Das war eine Nacht.
Ich dachte eigentlich ich könnte ruhig und entspannt schlafen.
Fehlanzeige. Magenschmerzen seit gestern Abend. Kloßgefühl im Hals.
Das Herumeiern, ist es richtig? Oder mach ich (wieder mal) alles falsch.
Mach ich Familie kaputt?
Ist es meine schuld? Wenn ich meine Bedürfnisse nicht wahrgenommen und auf Erfüllung gedrungen hätte...
Wenn ich...
Total bescheuert: Ich kann nicht für ihn die Sauferei aufgeben. Das muss er, und dazu müsste er erst mal wollen...
Und selbst: Mit dem nicht mehr saufen alleine wäre es nicht getan.
Da ist soviel kaputt...
Verletzungen durch ihn, die mir schier den Atem raubten.
Sein Verhalten als ich in Gießen stationär war. *Das haben Dir die Psychofuzzies eingetrichtert...* nur mal als Beispiel.

Nein, ich liebe diesen Mann nicht mehr. Punkt. Ich sollte froh sein und lächelnd nach vorne schauen.
Aber: Ich habe mein gesamtes bisheriges Erwachsenenleben mit ihm geteilt. Im Dezember kennen wir uns 30 Jahre. Wir haben drei gemeinsame Kinder.
Meine Lebensplanung sah einfach anders aus.
Haus, ein bißchen Garten, die Katzen, der Hund...
Und jetzt. Jetzt habe ich eine Wohnung, einzugsbereit. Und eiere.
Ich hab Angst.
Wird sich das was ich jetzt tue, jemals gut anfühlen? Richtig ist es, aber es fühlt sich so anders an.
Ja, es wird eine Umstellung. Keine Tiere mehr, kein Garten...

Aber: Das Gesicht in das Gesicht meines Sohnes: Mein Zimmer... Und wie er es einrichtete... Da fühlte sich mein Handeln gut und richtig an.



Inne halten 26.09.2015, 11.03 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Mal so zwischendurch

Ich schreibe ja nun ein paar Tage hier und befasse mich mit mir und meiner Geschichte.
Da bleibt es natürlich nicht aus, daß ich über das Geschriebene nachdenke.
Oft begleiten mich Beiträge den ganzen Tag. oder in Gedanken schreibe ich weiter.
Das macht was mit mir.
Es wühlt auf.
Manches macht traurig, zornig oder sprachlos.
Ich lese dann in anderen Tagebüchern oder schau bei Facebook rein.
Durch meine Hobbies habe ich viele Kontakte auschließlich über facebook bzw Internet.
Mich macht das Internet nicht einsam, meine kreativsten Hobbies gäbe es ohne Internet nicht.
Manche von meinen Internetfreunden kenne ich seit 10-15 Jahren...

Viele Zuschriften zeigen mir, dass mein Leben bis zur Krise gut strukturiert war. Keiner hatte eine Ahnung oder Vorstellung davon, was bei uns wirklich war.
Ich war ein Meister im Bagatellisieren, auch was mich selbst betrifft. Ich konnte alles kleinreden, auch mich.

Bis zu dem Angebot des Traumatologen eine stationäre Therapie zu machen, war alles in Ordnung. Der hat mich zum Nachdenken angeregt.
Für mich war vieles normal.
Meine Mutter starb? Ich übernehme ihre Rolle im Haushalt.
Dann halt Schule, Haushalt und Garten...
Uwe hat Depressionen, ich mach hier den Haushalt, die Kindererziehung...
Hobby Mittelalter - ich nähe die Klamotten
Jemand hat eine Frage - Steffi googelt und recherchiert die Antwort
Egal was war, es fiel einer aus oder erledigte etwas nicht, Steffi war zur Stelle.

Erst in der stationären Therapie begriff ich, und das nicht bereits in der ersten Woche, daß ich so nicht weitermachen kann.
Das ich Hilfe brauche. Dringend.
Meine jahrelang aufgebauten Strukturen, die mich funktionieren ließen hatten ausgedient.

Ich durfte Schwächen haben, Fehler machen, musste nicht alles gleich und sofort erledigen.
Ja, ich darf mal einen Scheißtag haben, ich bin Mensch!
Für mich war das eine Befreiung.

Warum ich das schreibe?
Ich habe heute von unechten Depressionen gelesen. Und es hat mich getroffen.
Keine Ahnung, was es damit auf sich hat. Ich möchte auch nicht meine Phantasie bemühen.

Ich habe Depressionen, nehme Med, gehe zur Psychotherapie.
Ich sitze nicht den ganzen Tag daheim und suhle mich in meinen Depressionen. Auch nicht, wenn es mir schlecht geht.
Wenn es mir richtig scheiße geht, merkt das der Herzbewohner an meiner Stimme, meinen Bildern...
Im Alltag merkt das keiner. Warum?
Weil ich eine Rolle spiele. Ich mache den Alleinunterhalter. Lache, auch über mich.
Erledige meine Aufgaben.
Das kostet soviel Energie. Das Loch wird dann nur tiefer.
Ich hab ganz viele Krankheitstage 2015. Der Winter war lang und dunkel.
Ich hab keine Lust mehr auf diese Rolle, diese Spielchen.
Wenn es mir nicht gut geht, möchte ich das sagen können und dürfen ohne diesen Blick von der Seite.
Es tut mir leid, daß sich Depressionen nicht in Blutwerten messen lassen oder sich auf dem Röntgenbild als schwarze Schatten darstellen.
Ich `*mache* nicht krank.

Was sind echte Depressionen? Wenn ich Suizidgedanken habe?
Wenn ich nur am Heulen bin, traurig, niedergeschlagen?
Was sind falsche Depressionen?
Können Depressionen falsch sein?

Habt Ihr Ideen ?
Auch warum mich das so beschäftigt?

Inne halten 02.06.2015, 00.14 | (0/0) Kommentare | PL

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