Unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht

...mehr

gemeldet am: 13.10.2018 23:02

Neuanfang

In jedem Ende schlummert ein Neuanfang.
Bei mir steht ein Neuanfang auf ganzer Linie an.
Tiefschläge waren hier fast an der Tagesordnung.
Die wollen verarbeitet werden.
Komischerweise bin ich mir ganz sicher, daß alles ein gutes Ende findet.

Uwe wurde am 10.04. seinem Wunsch entsprechend im Familiengrab beigesetzt.
Anstelle eines Theologen - Uwe war kein Glied einer Kirche - hatten wir eine Märchen. und Geschichtenerzählerin gebeten, ein paar Worte zu sprechen.
Und Walburga hat das wunderbar gemacht.
Zur letzten Ruhe gebettet wurde Uwe nicht von einem städt. Mitarbeiter, sondern vom Sohn seines besten Freundes.
Ein weiterer Freund hielt eine Ehrenwache in voller Rüstung.
Wenn man sagen dürfte, eine Beisetzung sei schön. dann war Uwes Beisetzung wunderschön.
Es sind bei Weitem nicht alle gekommen, die im Vorfeld ihr Erscheinen großmundig angekündigt hatten. Seis drum. Die, die da waren, waren die, die Uwe wichtig und wertvoll waren.
Ein eigentlich hier übliches Kaffeetrinken nach der Beisetzung haben wir nicht gemacht. War im Nachhinein auch gut so: Wir hätten wahrscheinlich noch bis Weihnachten von den Brötchen, die hier Tradition sind.

Die Tage nach der Beisetzung waren dann ruhiger und es ging uns allen besser. Jetzt war Zeit um mit dem Verarbeiten zu beginnen.
Meine Hausärztin hat mich nochmal krank geschrieben. Sie wollte mir eine deutliche Verlängerung geben.
Die habe ich abgelehnt. Ich wollte wieder in den Dienst und sowas wie Alltag einkehren lassen.

Mittwoch bin ich dann zum Arbeitgeber und mir meinen Dienstplan ab morgen abholen.
Anstelle eines Dienstplanes erhielt ich die Kündigung!
Meine Fehlzeiten nach meiner Herzgeschichte und Uwes Tod waren für ein Wirtschaftsunternehmen zu lange...
Ich bin da raus und wußte nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich war sauer, verletzt.
Keine Frage, meine Fehlzeit ist nicht weg zu diskutieren.
Die Gründe hierfür leider auch nicht.
Morgen geht es zum Arbeitsamt.
Danach gebe ich eine Bewerbung ab. Telefonisch hatte ich mich schon beworben und das Gespräch verlief sehr positiv.
Wenn es jetzt also nur noch aufwärts geht - abwärts geht ja achon nimmer - dann beginnt am 15. Mai ein neuer beruflicher Lebensabschnitt.

Durch die Kündigung wurde eine weitere getroffene Entscheidung bestätigt: Ein Umzug steht an.
Johannes und ich ziehen in unser gemeinsames Haus.
Da gibt es zwar ein bißchen was zu tun, aber nix, was nicht zu bewältigen wäre.
Ich hab dann wieder einen kleinen Garten, unseren Familienhund und Platz für Hobbies.

Inne halten 22.04.2019, 17.18| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Tiefpunkte

Vom Leben überholt

Der letzte Blogeintrag ist vom 24.03.
Sonntag.
Ich kann mich sehr gut daran erinnern,
Ich war bei Uwe, hab ihm bei Kleinigkeiten geholfen und mich für den nächsten Tag erneut mit ihm verabredet.
Spätnachmittags haben wie noch telefoniert. Und das Treffen für den nächsten Tag nochmal bestätigt.

Montag...
Nach einem Besuch beim Hausarzt, bei dem ich nochmal eine Woche Krankschreibung erhielt, fuhr ich nach Hause, um Johannes abzuholen und erneut zu Uwe zu fahren.
Auf dem Weg zum Auto kam ich in einen heftigen Hagelschauer. Die Körner drangen bis in die Unterwäsche vor und ich kam völlig verfroren zu Hause an.
Nach einer Aufwärmphase fuhren wir dann los.
Wir kamen um 14 Uhr bei Uwe an und seither ist alles anders...
Wir fanden Uwe tot im Haus. Er war gestürzt und lag auf der Treppe in einer riesigen Blutlache.
Das was ich immer befürchtet hatte, ist eingetreten.
Und welch eine Ironie: Er war nicht betrunken...

Doch, ich werde weiterbloggen.
Ich hab hier in den letzten Jahren soviel verarbeitet, in dem ich es aufgeschrieben habe.
Ich werde so auch die Trauer teilweise verarbeiten.

Momentan sind wir beschäftigt die Beisetzung vorzubereiten und zu organisieren. Das lenkt ab und putscht gleichzeitig auf.
Zur Ruhe kommen ist ganz schwer. Ich nehme mir grad immer am Abend das Spinnrad und fahre mich daran runter.
Da kann ich die Gedanken fließen und los lassen.
Es ist so unwirklich. Ich schlafe nur wenig und nur mit Licht.
Dunkelheit und Stille machen mir zur Zeit Angst.

Inne halten 03.04.2019, 22.49| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Seelenseufzer | Tags: Tiefpunkte, schwarze Stunden,

Bloggen davor und danach

Als ich meinen letzten Beitrag schrieb, war mir schon klar, daß es nicht einfach werden würde weiter zu bloggen, ganz so als wäre nichts gewesen.
Es ist eben was gewesen.
Ich hab deutlich zu spüren bekommen, daß das Leben endlich ist, und daß das Ende nicht wunschgemäß mit 87 oder 93 kommt, sondern durchaus früher, unverhofft.
Klar weiß ich das, aus Lebens- und Berufserfahrung.
Meine eigene Mutter starb 14 Tage vor ihrem 54. Geburtstag. In meiner Zeit auf der Onkologie war der Tod gegenwärtig,

Aber mal ehrlich: Tief im Inneren glauben wir doch nicht ernsthaft, daß es uns treffen kann. Das ist doch eher was für die anderen.
Unser eigenes Leben ist doch nicht in Gefahr. Auch noch in Lebensgefahr...

Und doch: Genau das ist passiert. Während ich an Weiberfasching Kräppel frittierte und im WDR das Treiben in Köln verfolgte, schlichen sich erste - für Frauen - typische Anzeichen eines Infarktes in mein Leben.
Natürlich habe ich die nicht ernst genommen und auf den Genuß eines frischen Kräppels geschoben.

Mittlerweile hatte ich meinen Herzkatheter. Eine Engstelle wurde mittels Ballon erweitert und meinen Herzkranzgefäßen sieht man den anhaltenden Bluthochdruck an.
Neben bei wurde noch ein Diabetes mellitus diagnostiziert, keine dramatisch hohen Werte, aber doch jenseits der Norm.
Grenzwertig sozusagen.

Was lerne ich aus dem Ganzen? So weitermachen wie bisher?
Bloggen, wenn es gerade passt. Hier erzählen wie gut es nir geht und wie toll doch alles ist?
Ist es das denn?

Momentan habe ich eine Scheißangst.
Davor, daß sich Weiberfasching wiederholt.
Ich hab meine Risikofaktoren: Übergewicht, fam. Disposition, die Pille, Rauchen.
Bekloppt, ich rauche zwei Tage lang nicht und vor lauter Angst stecke ich mir an Tag 3 eine nach der anderen an...
Ich schlafe zur Zeit ganz schlecht.
Einerseits bin ich müde und erschöpft. Die Anspannung vor dem Katheter und die Angst davor sind weg.
Das war schon kräftezehrend.
Jetzt habe ich Angst einzuschlafen...

Ich hab keine Ahnung was ich essen soll, oder kann und darf.
In Allem sehe ich den Zuckergehalt, oder das Cholesterin.
Ich fühle mich zur Zeit echt hilflos, total allein und in einem Strudel der Gefühle und Ängste gefangen.

Inne halten 24.03.2019, 01.22| (3/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Nebelflüstern | Tags: Aufbruch, Neuanfang,

Es geht weiter hier

Die Pause war teilweise geplant.
Zwischendrin hab ich dann meinen Internetanbieter gewechselt und war zwangsweise offline.
Über Fasching hatte ich Urlaub und wollte hier wieder voll einsteigen...
Nun, es kam anders.
Und so hat es bis heute gedauert.
Ich war zwischendurch im Krankenhaus, weil ich an Weiberfasching einen kleinen Herzinfarkt hatte.
Jetzt bin ich daheim und sitze die Zeit bis zum Herzkatheter und PTCA ab.

Ist eine doofe Situation. Fühlt sich komisch an, macht Angst.
Sobald ich wieder AP Beschwerden bekomme, muss ich gleich in die Klinik.
Ist ideal für jemanden der Panikattacken hat...
Die sind fast schon wieder alltäglich. Ebenso wie Schlafstörungen...
Alles nicht gerade blutdrucksenkend. Kopfkino inklusive.

Inne halten 11.03.2019, 20.07| (3/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Tiefpunkte